Polyphones Singen – die „doppelte“ Stimme

Abbildung der Stimm-Frequenzen beim polyphonen Singen

Stimmfrequenzen beim polyphonen Singen

 

Was ist polyphones Singen?

Als polyphones Singen wird die Fähigkeit eines Menschen bezeichnet, mit seiner Stimme nicht nur zwei voneinander unterscheidbare Töne hörbar werden zu lassen, sondern diese auch noch BEIDE zu bewegen. Das entscheidende Merkmal beim polyphonen Singen ist somit, dass sowohl der Grundton, als auch die sogenannten Obertöne (auch Naturtöne, Partialtöne, Teiltöne oder Harmonische) melodiös oder/und rhythmisch verändert werden im Gegensatz zum Obertonsingen im engeren Sinne, bei dem oft NUR die Obertöne verändert werden, der sogenanngte Grundton jedoch stabil bleibt als Halteton (Bordun). Im weiteren Sinne jedoch wird der polyphone Obertongesang als eine Unterart des Obertonsingens betrachtet und kommt sowohl im asiatischen Kehlkopfgesang, als auch bei westlichen Obertonsängern vor.

 

Praktische Einführung in das polyphone Singen

Sehen Sie hier eine fünfminütige Kurzeinführung mit Tipps zum praktischen Erlernen des polyphonen Singens

 

Anwendung des polyphonen Singens

Das folgende Video zeigt den Obertonsänger Miroslav Grosser beim „zweistimmigen“ Singen eines deutschen Volksliedes.

Das unten gezeigte Video zeigt die visualisierten Stimmfrequenzen der Stimme des Obertonsängers Miroslav Grosser beim Singen des gleichen Volksliedes wie im vorigen Video. Dabei sieht man die jeweils stärksten Frequenzen rot gefärbt, dazu gehören nicht nur die Grundtöne und die Obertöne, sondern auch die zweite Harmonische, das ist der erste Oberton ÜBER dem Grundton, wobei letzterer hier die tiefste Frequenz aufweist. Diese permanent mitschwingende Frequenz des zweiten Teiltones schwingt genau doppelt so schnell wie der Grundton, also im Abstand einer Oktave oberhalb des „normalen“ Gesangstones.

Meine bevorzugte Art des polyphonen Singens ist jedoch das völlig freie Improvisieren, das ich im nächsten Video mit zwei Melodien in einer Stimme demonstriere

Einige der KehlkopfsängerInnen und ObertonsängerInnen sind auch in der Lage, mehr als zwei Teilfrequenzen ihrer Stimme bewusst und kontrolliert anzusteuern. Einer meiner Obertongesangs-Lehrer, der Stimmforscher und Oberton-Sänger Wolfgang Saus gehört zum Beispiel dazu. Ich persönlich habe für mich entschieden, mich in diesem Leben erstmal auf das Singen mit zwei Melodien zu konzentrieren, da dies schon genug Herausforderung bedeutet. Doch einen Versuch ist es wert, auch dieses Stimmphänomen einmal am eigenen Leibe auszuprobieren…

Mittlerweile gibt es auch schon Noten für polyphones Singen, z.B. in dem zweisprachigen Buch „Eine Oberton-Erfahrung / An Overtone-Experience“. Es enthält 15 Lieder mit mehrstimmigem Obertongesang. Erwähnen möchte ich auch noch meine Lieblings-Obertonsängerin Anna-Maria Hefele. Sie beherrscht den polyphonen Gesang meisterhaft und setzt damit völlig neue Akzente und Standards in der deutschen Oberton-Gesangskultur.

In der Stimmfrequenz-Analyse mit dem Overtone Analyzer erzeugt Polyphonisches Singen
faszinierende Bilder, die verschiedenste Assoziationen freisetzen. Sehen Sie selbst:

Obertongesang mit Unterton

Die stärksten Stimm-Frequenzen sind rötlich, gefolgt von orange, gelb und grün

Untertongesang mit Obertoenen

Die übereinander liegenden Rotbereiche zeigen die Anzahl der hörbaren Töne an

Polyphones Singen

Nächster Workshop für Obertongesang

Hier gelangen Sie zu den Obertongesang-CDs von Miroslav Großer

Einzel-Unterricht in Obertongesang

Die abgebildeten Klangvisualisierungen meiner Stimme erfolgte mit der Software Overtone Analyzer

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